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Die Rolle im Remote Sales

Was macht ein Setter?

Setter ist der häufigste Einstieg in den Remote Sales — und die Rolle, über die am meisten Falsches erzählt wird. Hier steht, was die Arbeit wirklich umfasst.

Ein Setter — oft auch Appointment Setter genannt — führt das erste Gespräch mit Menschen, die sich bereits für ein Angebot interessiert haben. Seine Aufgabe ist nicht zu verkaufen, sondern zu verstehen: Passt das, was dieser Mensch sucht, zu dem, was das Unternehmen anbietet? Wenn ja, vereinbart er einen Termin mit einem Experten oder Closer. Wenn nein, sagt er das offen.

Die Rolle ist der häufigste Einstieg in den Remote Sales, weil sie ohne Vorerfahrung erlernbar ist und weil der Druck geringer ist als beim eigentlichen Verkaufsgespräch.

Was ein Setter konkret tut

Was ein Setter nicht tut

Das ist für das Verständnis der Rolle fast wichtiger als die Aufgabenliste:

Der entscheidende Unterschied zum Klischee

Die Vorstellung vom Vertriebler, der redet, bis das Gegenüber nachgibt, trifft auf diese Rolle nicht zu. In einem guten Setting-Gespräch redet der Lead deutlich mehr als der Setter. Wer mehr spricht als sein Gegenüber, hat nicht qualifiziert, sondern präsentiert.

Wie ein Setting-Gespräch abläuft

Die Reihenfolge ist kein Zufall — sie führt vom Sachlichen ins Persönliche und wieder zurück ins Konkrete:

  1. Ankommen. Kurzer Einstieg, Bezug zum Anlass des Gesprächs.
  2. Ablauf erklären. Der Lead erfährt, was in den nächsten Minuten passiert und was am Ende herauskommen kann.
  3. Lage verstehen. Was macht die Person heute, wie sieht ihre Woche aus, seit wann beschäftigt sie das Thema.
  4. Auslöser finden. Warum ausgerechnet jetzt? Dieser eine Satz entscheidet oft darüber, ob echter Veränderungswille da ist oder nur Neugier.
  5. Ziel konkretisieren. Wo will die Person hin — und woran würde sie merken, dass sie da ist.
  6. Zusammenfassen und übergeben. Das Gehörte wiederholen, bestätigen lassen, Termin vereinbaren.

Woher die Kontakte kommen

Ein Setter arbeitet mit sogenannten warmen Leads. Das sind Menschen, die über eine Werbeanzeige, ein Formular auf einer Webseite, ein Webinar oder einen Social-Media-Beitrag von sich aus Kontakt aufgenommen haben. Das Unternehmen stellt diese Kontakte bereit — der Setter muss sie nicht selbst beschaffen.

Das unterscheidet die Rolle grundlegend von klassischem Telefonvertrieb, bei dem unaufgefordert fremde Nummern angerufen werden. Diese Form der Kaltakquise gegenüber Privatpersonen ist in Deutschland ohne vorherige Einwilligung ohnehin nicht zulässig.

Welche Fähigkeiten du brauchst

Was du nicht brauchst: eine Vertriebsvergangenheit, ein bestimmtes Studium oder den klassischen „Verkäufertyp". Ruhige, zugewandte Menschen sind in dieser Rolle oft stärker als laute.

Technische Voraussetzungen

Wie Setter bezahlt werden

Üblich sind drei Modelle, je nach Auftraggeber:

Seriöse Angaben zur Höhe lassen sich pauschal nicht machen — sie hängen von Branche, Produktpreis, Lead-Qualität und dem eigenen Arbeitsumfang ab. Wer dir eine feste Zahl nennt, bevor er deine Situation kennt, verkauft dir etwas.

Für wen die Rolle passt

Sie passt gut, wenn du ortsunabhängig arbeiten willst, gerne mit Menschen sprichst, dich selbst organisieren kannst und bereit bist, über Wochen hinweg regelmäßig zu üben. Quereinstieg ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Gut zu wissen: Wie jede Fähigkeit braucht auch diese etwas Übung, bevor sie sitzt. Plane deshalb ein paar feste Stunden pro Woche ein und starte am besten nebenberuflich — so wächst du ohne Druck in die Rolle hinein.

Patrick Reuter
Über den Autor Patrick Reuter

Gründer der Remote Sales Academy. Seit über 20 Jahren im Vertrieb, war Head of Sales und berät Unternehmen beim Aufbau ihres Vertriebs. Als Verkaufstrainer hat er über 500 Setter und Closer ausgebildet.

LinkedIn-Profil Mehr über die Academy

Häufige Fragen

Was macht ein Setter genau?

Ein Setter führt das Erstgespräch mit Interessenten, die sich bereits gemeldet haben. Er stellt Fragen zur Situation der Person, prüft ob das Angebot passt und vereinbart bei Eignung einen Termin mit einem Experten oder Closer. Verkauft wird im Setting-Gespräch nicht.

Ist das Kaltakquise?

Nein. Ein Setter kontaktiert ausschließlich Menschen, die vorher selbst Interesse signalisiert haben, etwa über ein Formular oder eine Anzeige. Unaufgeforderte Anrufe bei Privatpersonen sind in Deutschland ohne vorherige Einwilligung ohnehin nicht zulässig.

Was muss ich können, um als Setter anzufangen?

Zuhören, nachfragen und eine Pause aushalten — das sind die drei Fähigkeiten, auf die es ankommt. Vorerfahrung im Vertrieb ist kein Zugangskriterium; Verlässlichkeit und regelmäßiges Üben zählen mehr.

Wie viel Zeit braucht man als Setter?

Das hängt vom Auftraggeber ab. Für die Einarbeitung sollte man mit etwa einer Stunde täglich rechnen. Für die Arbeit selbst gilt: Je unregelmäßiger die verfügbare Zeit, desto schwieriger wird es, feste Gesprächstermine zuverlässig wahrzunehmen.

Was gehört nicht zu den Aufgaben eines Setters?

Verkaufen, Preise nennen und verhandeln — all das übernimmt der Experte im Beratungsgespräch. Auch kalte Listen gehören nicht dazu. Die Aufgabe des Setters endet mit dem vereinbarten Termin.

Welche technischen Voraussetzungen brauche ich?

Eine stabile Internetverbindung, optional ein Headset und einen Raum, in dem du ungestört telefonieren kannst. Dazu sicheres Deutsch, weil die Gespräche mit deutschsprachigen Interessenten stattfinden.

Ist ein Appointment Setter dasselbe wie ein Setter?

Ja. „Appointment Setter“ ist der englische Begriff für dieselbe Rolle. Auch „Terminierer“ meint im Remote Sales meist dasselbe: das Erstgespräch führen und bei Eignung einen Termin für den Closer vereinbaren.

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Setter oder Closer?Die beiden Rollen im direkten Vergleich — und welche zu dir passt. Was verdient ein Setter?Die drei Vergütungsmodelle, die vier Einflussgrößen — und wie du ein Angebot durchrechnest.

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