Closing ist die Rolle mit der größten Verdienstspanne im Remote Sales. Der Grund: Closer werden überwiegend am Ergebnis beteiligt. Wie gut du berätst, wirkt sich damit direkt auf deinen Verdienst aus.
Eine pauschale Zahl lässt sich trotzdem seriös nicht nennen. Was ein Closer verdient, hängt von wenigen Größen ab, die sich von Auftraggeber zu Auftraggeber stark unterscheiden. Mit diesen Größen kannst du jedes konkrete Angebot selbst durchrechnen.
Die üblichen Vergütungsmodelle
- Provision am Abschluss. Du bekommst einen prozentualen Anteil am Umsatz, der aus deinem Gespräch entsteht. Das häufigste Modell im Remote Closing.
- Fixum plus Provision. Ein festes Grundhonorar für eine vereinbarte Verfügbarkeit, dazu eine Provision je Abschluss. Planbarer — dafür fällt der variable Anteil meist geringer aus.
- Pauschale pro Abschluss. Statt eines Prozentsatzes ein fester Betrag je Verkauf. Einfach zu rechnen und unabhängig von Paketgrößen oder Rabatten.
Worauf du im Vertrag achten solltest
Entscheidend ist, wann ein Abschluss als Abschluss zählt: bei der Zusage im Gespräch, bei der Unterschrift oder erst, wenn die Zahlung eingegangen ist. Kläre außerdem, was bei einem Widerruf passiert und wie bei Ratenzahlungen abgerechnet wird. Lass dir diese Punkte vor dem Start schriftlich geben.
Die fünf Größen, die deinen Verdienst bestimmen
- Der Preis des Angebots. Je höher der Preis, desto höher in der Regel die Provision pro Abschluss. Deshalb wird remote vor allem bei erklärungsbedürftigen Angeboten geclosed — etwa Coaching, Weiterbildung, Beratung oder Software.
- Die Zahl deiner Termine. Wie viele vorqualifizierte Gespräche bekommst du pro Woche? Das bestimmt, wie viele Chancen du überhaupt hast.
- Die Qualität der Termine. Gute Setter liefern Gespräche mit Menschen, die wirklich passen. Das macht einen großen Unterschied — und ist ein guter Grund, beim Auftraggeber genau hinzuschauen.
- Die Show-up-Rate. Wie viele der vereinbarten Termine finden tatsächlich statt?
- Deine Abschlussquote. Wie viele deiner Gespräche enden mit einer Zusage? Hier wirkt sich deine Gesprächsführung direkt aus — und hier kannst du durch Übung am meisten bewegen.
So rechnest du ein Angebot durch
Frag im Gespräch mit dem Auftraggeber nach diesen Zahlen:
- Wie viele Termine bekomme ich pro Woche?
- Wie viele davon finden erfahrungsgemäß statt?
- Wie hoch ist die Abschlussquote der bisherigen Closer?
- Wie hoch ist die Provision pro Abschluss — und wann wird sie ausgezahlt?
Daraus ergibt sich deine Rechnung: Termine pro Woche × Show-up-Rate × Abschlussquote × Provision pro Abschluss. Rechne sie einmal mit den genannten Zahlen und einmal vorsichtiger, etwa mit einer niedrigeren Abschlussquote für deine ersten Wochen. Mit der vorsichtigen Rechnung planst du entspannt — alles darüber ist ein Plus.
Ein gutes Zeichen
Ein Auftraggeber, der seine Zahlen kennt und offen nennt, arbeitet strukturiert. Das ist meist auch ein Umfeld, in dem du gut lernen und wachsen kannst.
Was deinen Verdienst über die Zeit wachsen lässt
- Deine Gesprächsführung. Jedes Gespräch mit Rückmeldung macht dich sicherer — und das zeigt sich in deiner Abschlussquote.
- Die Wahl des Auftraggebers. Passende Termine, ein faires Modell und ein Angebot, hinter dem du stehen kannst, machen einen großen Unterschied.
- Spezialisierung. Wer eine Branche gut kennt, versteht die Situation der Interessenten schneller und berät überzeugender.
- Mehr Verfügbarkeit. Viele starten nebenberuflich und erweitern ihre Zeitfenster, sobald ihre Quote stabil ist.
Closer oder Setter: Wer verdient mehr?
Die Spanne ist im Closing in der Regel größer, weil ein höherer Anteil der Vergütung am Abschluss hängt. Dafür schwanken die Einnahmen stärker. Setter haben häufiger planbare Anteile wie ein Fixum oder einen Betrag pro Termin. Viele steigen deshalb als Setter ein, bauen Sicherheit auf und wechseln dann ins Closing. Mehr dazu: Was verdient ein Setter? und Setter oder Closer?
Woran du unrealistische Angaben erkennst
- Monatsbeträge ohne Angabe von Arbeitszeit und Terminzahl.
- Screenshots einzelner Rekordmonate statt eines Durchschnitts mit Spanne.
- Versprechen, dass es „nebenbei ganz leicht“ geht.
Seriöse Auftraggeber und Ausbilder nennen deshalb keine pauschale Zahl, bevor sie deine Situation kennen — sie rechnen sie mit dir durch.
Selbstständigkeit und Steuern
Die meisten Closer arbeiten auf Rechnung und sind damit selbstständig. Plane deshalb Rücklagen für Steuern und Vorsorge ein und kläre die Details mit einem Steuerberater. Wie du den Weg ins Closing angehst, steht in Wie werde ich Remote Closer?